Blutegel-Therapie

Blutegel sind seit 2004 offiziell als sogenanntes Fertigarzneimittel eingestuft und werden auch in der Humanmedizin zunehmend wegen ihrer heilenden Wirkung eingesetzt. Durch ihren Speichel, den sie beim Biss absondern, gelangen schmerzstillende Wirkstoffe in den Körper. Diese Stoffe können die Durchblutung fördern und entzündungs- sowie schmerzhemmende Wirkungen erzielen. Drei bis neun Monate lang können sie so den lokalen Schmerz stillen – und das ohne große Nebenwirkungen oder starken Blutverlust. Ein Egel nimmt pro Mahlzeit ungefähr das Fünf- bis Sechsfache seines Gewichts an Blut auf. Hinzu kommt noch einmal ungefähr dieselbe Menge an Blut, die nach dem Biss nachfließt. Bei einem durchschnittlich großen Ein-Gramm-Egel sind das gerade einmal zehn bis zwölf Gramm.

Aber wie bekommt man den Egel dazu, an der richtigen Stelle „anzubeißen“? Und bei welchen Erkrankungen kann er eingesetzt werden?

Dafür habe ich in mehreren Seminaren mit praktischen Anwendungen in der Biebertaler Blutegelzucht meine Ausbildung absolviert und baue dies durch fortlaufende Weiterbildung aus.

Schließlich gibt es über sechzig verschiedene Einsatzgebiete, bei denen der Egel helfen kann. So beispielweise bei

  • akuten und chronischen Gelenkschmerzen (Arthrose, Rheuma, Wirbelsäulen und Kreuzbeinsyndrome), 
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen (Tennisellenbogen, Golfarm), 
  • Furunkel, Karbunkel.
  • Abszesse
  • Bluthochdruck (unterstützende Behandlung),
  • Durchblutungsstörungen nach Haut- und Gewebetransplantationen und sogar
  • Tinnitus.

Bei all diesen Beschwerden kann der kleine Ringelwurm nachgewiesen Abhilfe schaffen.

Im Deutschen Ärzteblatt (2018) wurde eine randomisierte kontrollierte Studie zur Blutegeltherapie bei chronischen unteren Rückenschmerzen veröffentlicht. Und es gibt viele weitere Studien, welche die Wirksamkeit bestätigen.

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